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Immer das Neueste zum Thema 'Reisemedizin': NECTM 2018



 

Im Mai 2018 besuchten wir für Sie den  Kongress der „Northern European Society of Travel Medicine“ in Stockholm

Hier für Sie die Zusammenfassung einiger wichtiger Erkenntnisse (Stand 20.1.2019):

Masern

Es gibt weltweit immer noch zu viele Masernfälle. Die Erkrankung ist extrem ansteckend ( grosse Menschenansammlungen, wie zB. auf Kreuzfahrtschiffen) und die Komplikationsrate ist höher als gemeinhin erwartet!

Empfehlung: Nachholimpfung für alle nach 1963 geborenen Personen, die die Masern nicht durchgemacht haben.

 

Reisedurchfall

… kann eine Reise gründlich verderben. Deshalb unbedingt alle Hygienemassnahmen strikt befolgen; mehrmals täglich (besonders vor dem Essen) die Hände mit Seife waschen!

IWegen stark zunehmender Resistenzen der entsprechenden Erreger, soll man auch bei relativ starken Durchfällen von der Antibiotikagabe absehen. WICHTIG: Elektrolyt- und Flüssigkeitsersatz!

Sehr sinnvoll: Mikrobiom (Darmflora) aufbauen!


  

Noroviren

Häufig gutes Händewaschen mit Seife ist für die Prophylaxe noch wichtiger als die Desinfektion. Zur Desinfektion von Oberflächen ist Alkohol nicht das Mittel der Wahl!

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt nur 10 – 50 Stunden; leider hält die Immunität lediglich 6 Monate.

Noro- und auch Grippeviren können sich besonders auf Kreuzfahrtschiffen rasch ausbreiten. Deshalb ist eine konsequente Händehygiene und eine aktuelle Grippeschutzmpfung sehr empfehlenswert!

 

Tauchen

Viele ‚Tauchunfälle‘ haben nichts mit Tauchen im eigentlichen Sinne zu tun.

Zentral für eine gute Ausbildung und auch für einen sicheren Tauchgang ist die Wahl einer seriösen, möglichst zertifizierten Tauchbasis. Leider sind solche an gewissen Destinationen Mangelware. Eine Beratung durch ein spezialisiertes Reisunternehmen kann nur empfohlen werden.

Angriffe durch Haie sind sehr selten; weltweit gibt es jährlich etwa 10 Todesfälle. Zum Vergleich: Mehr als 150 Menschen sterben jährlich nach einem Treffer durch eine fallende Kokosnuss!!


Mückenschutz

Mücken sind in vielen Ländern ein Problem. Durch sie werden u.a. Dengue, Malaria, Gelbfieber, Chikungunya, Zika und auch Japanische Encephalitis (JE) übertragen.

Ausser gegen Gelbfieber und JE, gibt es noch keine zugelassene Impfung. Deshalb kommt dem Schutz vor Mückenstichen grosse Bedeutung zu: Genügend wirksame Mückenschutzmittel aus der Schweiz mitnehmen und korrekt anwenden! Je nach Destination auch Kleider vor der Abreise mit entsprechenden Mitteln imprägnieren und – wenn vorhanden – Moskitonetze konsequent verwenden.

 

Dengue- und Chikungunyafieber

Werden primär durch Aedes-Mücken übertragen, die nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber stechen. Seit einigen Jahren werden v.a. in SO-Asien, und in Mittel- und Südamerika epidemieartige Krankheitsausbrüche vermeldet.
Eine wirksame Impfung muss gegen alle 4 Dengue-Typen gleich gut schützen, eine Bedingung die nur sehr schwer zu erreichen ist. Deshalb existiert auch noch keine Dengue-Impfung!

( Die Verbreitungskarten für Dengue- und Chikungunya-Fieber sowie Japanische Encephalitis finden Sie untenstehend zum Download)

 

Akute Bergkrankheit (AMS)

Die Gefahr einer akuten Bergkrankheit besteht bei allen Personen. Auch bei jungen und trainierten Leuten. Die Gefahr beginnt ungefähr bei 2500m und nimmt mit zunehmender Höhe zu. Die Differenz der bezwungenen Höhenmeter sollte nicht mehr als 300-500m pro Tag (Übernachtungshöhen) betragen. Durch das Einlegen eines Ruhetages am 4. Tag kann das Risiko für AMS weiter reduziert werden.
Krankheitszeichen: Erste Zeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust und Schlafstörungen.
Wird die Übernachtungshöhe um mehr als 700m gesteigert, leiden bereits 60% der Reisenden an AMS.
Besonders heikel sind erste Übernachtungen in sehr hochgelegenen Städten nach Ankunft mit dem Flugzeug. Beispiele: Cusco, Llhasa, La Paz. Hier leiden bis zu 80% an AMS!


Tollwut

Ist in gewissen Ländern (zB. Indien) weit verbreitet. Die Impfung wird heute immer häufiger empfohlen, da die Krankheit ausnahmslos tödlich verläuft und Seren/Impfstoffe nur selten vor Ort in guter Qualität erhätlich sind.

Leider herrscht auch bei uns seit einigen Monaten eine akute Knappheit an Tollwutimpfstoff!

 

Reisen in kalte Region

Der als 'Mutprobe' immer mehr verbreitete Sprung ins eiskalte Wasser (’polar plunge‘) ist sehr gefährlich, kann damit doch eine Herzattacke (cold-shock response) ausgelöst werden!

 

Zecken

Werden ab 6-8 Grad aktiv und benötigen dann eine Blutmahlzeit. Dabei werden dann die Krankheitserreger von entsprechend infizierten Zecken übertragen:

-FSME: Im Mittel sind 1-30% der Zecken infiziert (CH:1-3%; Russland bis 30%). Die Ansteckung erfolgt zu Beginn der Blutmahlzeit ,die 4-7 Tage dauert. Zeit bis zum Ausbruch 4-28 (im Mittel 8) Tage. Männer  sind häufiger betroffen als Frauen, Kinder bis 3j selten, ab 3-17j häufig schwerer Verlauf.

Bis heute ist keine kausale Therapie möglich, aber  es existiert eine sehr wirksame Impfung (4 Dosen zur Grundimmunisierung, wobei 4.  Dosis nach einem Jahr resp. vor der nächsten Saison erfolgen soll. Auffrischung alle 5 Jahre)

- Borrelien: Werden erst 24 Std oder später nach Beginn der Blutmahlzeit übertragen und verursachen Borreliose (=Lyme). Durch rasche Entfernung der Zecke kann eine Ansteckung vermieden werden. Therapie mit Antibiotika möglich. Impfung existiert nicht, auch hinterlässt eine durchgemachte Infektion keine Immunität. In den Tropen kommt Lyme nicht vor, dafür sind dort 15 verschiedene Rickettsiosen und andere durch Zecken übertragene Krankheiten sehr verbreitet.

In allen Fällen hilft auch hier, bis zu einem gewissen Grad, ein zuverlässig angewandter Insektenschutz und, besser, das Imprägnieren der Kleidung mit einem Insektizid!


 

 

 

 

 


Verbreitungskarte Dengue-Fieber 9_2016
Verbreitungskarte Chikungunya-Fieber 2016
Verbreitungskarte Japanische Encephalitis 2018

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